Können Blitzüberspannungen teure Wechselrichter und Solarmodule sofort zerstören? Da PV-Anlagen über lange Zeiträume den Witterungsbedingungen im Freien ausgesetzt sind, können sowohl die Gleichstrom- als auch die Wechselstromseite anfällig für Blitzeinschläge und induzierte Überspannungen sein. Ohne einen geeigneten Solar-Überspannungsschutz, … können die Folgen von Geräteschäden und Unterbrechungen der Stromerzeugung bis hin zu ernsthaften Sicherheitsrisiken und kostspieligen Reparaturen reichen. Genau aus diesem Grund sollten Sie sich im Vorfeld über die Bedeutung des Überspannungsschutzes für Solaranlagen im Klaren sein.
Warum benötigt eine Photovoltaikanlage einen Überspannungsschutz?
Auf Dächern oder am Boden installierte Solarmodule sind naturgemäß ungeschützt und gehören daher zu den Teilen einer Photovoltaikanlage, die am anfälligsten für Blitzeinschläge sind. Selbst wenn der Blitz nicht direkt in Ihre Solaranlage einschlägt, kann ein Einschlag im Umkreis von einem Kilometer durch elektromagnetische Induktion Hochspannungsspitzen erzeugen, die in die Gleichstromkabel eindringen und direkt zum Wechselrichter gelangen können.
Vielleicht ist es Ihnen nicht bewusst, aber viele sogenannte “Qualitätsprobleme bei Wechselrichtern” werden tatsächlich durch einen unzureichenden Überspannungsschutz verursacht. Zudem weist die Gleichstromseite einer Photovoltaikanlage oft lange Kabelstrecken auf, wobei die Module, die Sammelboxen und der Wechselrichter natürliche induktive Schleifen bilden, die die Gefahr von Überspannungen im Vergleich zu gewöhnlichen Haushaltsstromkreisen erhöhen können.
Blitzschlag ist nicht das einzige Problem. Auch Schaltvorgänge im Stromnetz und plötzliche Laständerungen können Überspannungen verursachen, die über die Wechselstromseite zurückgeleitet werden. Deshalb ist der Überspannungsschutz keine optionale Funktion – er ist ein grundlegendes Element, das bereits in der Planungsphase einer Photovoltaikanlage berücksichtigt werden sollte.
Was ist ein Solar-Überspannungsschutz?
Ein Solar-Überspannungsschutz ist im Wesentlichen ein “Sicherheitsventil”, das in einen Solar-PV-Stromkreis eingebaut wird. Unter normalen Bedingungen bleibt er nahezu inaktiv, solange die Systemspannung innerhalb ihres normalen Bereichs liegt. Erkennt er eine abnormale Überspannung, reagiert er innerhalb kürzester Zeit, indem er die überschüssige Überspannungsenergie sicher zur Erde ableitet und die Spannung auf ein sichereres Niveau begrenzt. Sobald der Überspannungsimpuls abgeklungen ist, kehrt es automatisch in den Standby-Modus zurück.
Man kann sich einen Solar-Überspannungsschutz als eine Art “Überdruckventil” für einen Stromkreis vorstellen. Er wurde speziell dafür entwickelt, plötzliche, vorübergehende Überspannungen abzufangen und empfindliche Geräte wie Wechselrichter und Sammelboxen vor Schäden durch Überspannungen zu schützen.
Wo sollten Gleichstrom- und Wechselstrom-Überspannungsschutzgeräte in einer PV-Anlage installiert werden?
In einer Photovoltaikanlage können Überspannungen sowohl von der Gleichstrom- als auch von der Wechselstromseite eindringen, weshalb der Einbauort des Überspannungsschutzes besonders wichtig ist. Im Allgemeinen sollte an den folgenden drei Schlüsselstellen ein Überspannungsschutz vorgesehen werden:
- PV-Anlage und Gleichstrom-Kombinationsbox: Diese Komponenten befinden sich in unmittelbarer Nähe zu den im Freien installierten Solarmodulen und sind daher besonders anfällig für direkte und induzierte Blitzeinschläge. Ein Gleichstrom-Überspannungsschutz (SPD) kann als erste Verteidigungslinie dienen, indem er von der PV-Anlage ausgehende Überspannungen ableitet.
- Gleichstromeingang des Wechselrichters: PV-Gleichstromkabel sind oft lang und werden mit relativ hohen Spannungen betrieben. Ein Gleichstrom-Überspannungsschutz (SPD) kann die verbleibende Stoßspannung weiter begrenzen und das Risiko einer Beschädigung der internen Leistungskomponenten des Wechselrichters verringern. Beachten Sie, dass der gleichstromseitige SPD speziell für die Eigenschaften von PV-Anlagen ausgelegt sein muss und nicht einfach durch einen handelsüblichen Wechselstrom-Überspannungsschutz ersetzt werden sollte.
- Wechselstromausgang des Wechselrichters und der Verteilertafel: Die Wechselstromseite kann durch Schaltüberspannungen des Netzbetreibers, induzierte Blitzüberspannungen und vom Netz zurückfließende Überspannungen beeinträchtigt werden. Daher sollte ein Wechselstrom-Überspannungsschutz installiert werden, um den Wechselrichter, die Verteilereinrichtungen und die nachgeschalteten Verbraucher zu schützen.
Bei langen Gleich- oder Wechselstromkabelstrecken, beispielsweise von mehr als 10 Metern, bietet die Installation eines Überspannungsschutzgeräts (SPD) an nur einer Stelle möglicherweise keinen optimalen Schutz. Je nach Systemkonfiguration können Überspannungsschutzgeräte an beiden Enden der Kabelstrecke installiert werden, um einen mehrstufigen, zonenbasierten Schutz zu schaffen. Dies trägt dazu bei, Überspannungen und -energie schrittweise zu reduzieren und bietet so einen umfassenderen Schutz sowohl für die Gleichstrom- als auch für die Wechselstromseite der PV-Anlage.
Gleichstrom-Überspannungsschutz vs. Wechselstrom-Überspannungsschutz in einer PV-Anlage
Obwohl es sich sowohl bei den SPDs auf der Gleichstromseite als auch auf der Wechselstromseite im Wesentlichen um “Überspannungsschutzgeräte” handelt, unterscheiden sich ihre Konstruktionsprinzipien und Anwendungsbereiche erheblich. Die wichtigsten Unterschiede lassen sich anhand der folgenden Tabelle schnell nachvollziehen:
| Vergleich | DC-Überspannungsableiter | AC SPD |
| Installationsort | PV-Stränge, Sammelboxen und der Gleichstromeingang des Wechselrichters | Wechselstromausgang des Wechselrichters und der Verteilertafeln |
| Lichtbogencharakteristik | Kein Nulldurchgangspunkt, was eine spezielle Konstruktion zur Lichtbogenlöschung erfordert | Weist einen Nulldurchgang auf, wodurch die Lichtbogenlöschung relativ einfacher wird |
| Anwendbare Norm | IEC/EN 61643-31 | IEC/EN 61643-11 |
| Wichtigste Risikoquellen | Direkte Blitzeinschläge, induzierte Blitzüberspannungen und Überspannungen aus dem PV-Bereich | Netzspannungsspitzen und Blitzüberspannungen, die von der Netzseite eindringen |
Die beiden Arten von Überspannungsschutzgeräten können sich nicht gegenseitig ersetzen. In einer kompletten PV-Anlage sollten sowohl auf der Gleichstrom- als auch auf der Wechselstromseite geeignete Überspannungsschutzgeräte installiert sein, um einen umfassenden Schutz im gesamten System zu gewährleisten.
Welcher Wechselrichtertyp eignet sich für eine PV-Anlage?
Die Wahl des geeigneten Überspannungsschutzgeräts hängt tatsächlich vom Blitzrisiko Ihrer Solaranlage ab. Es geht nicht darum, die teuerste Option zu wählen – es geht darum, die richtige zu wählen.
| Anwendungsszenario | Empfohlener Typ | Grund |
| Standardmäßige PV-Anlage auf dem Dach oder am Boden ohne eigene Blitzschutzanlage | Typ 2 DC SPD | Bewältigt induzierte Blitzspannungsstöße und Schaltüberspannungen und erfüllt damit die Anforderungen der meisten herkömmlichen Anlagen |
| Solarkraftwerk in einem Gebiet mit hoher Blitzdichte oder mit einem externen Blitzschutzsystem ausgestattet | Typ 1+2 DC SPD | Bietet einen umfassenderen Schutz, da sowohl ein Teil des direkten Blitzstroms als auch induzierte Überspannungen abgefangen werden |
Sie können Ihre Entscheidung anhand der Blitzintensität und des Blitzschutzniveaus in Ihrer Region treffen. Warten Sie nicht, bis Ihre Geräte beschädigt sind, um dann zu bereuen, dass Sie sich für einen zu konservativen Überspannungsschutz entschieden haben.
Wie wirkt sich eine externe Blitzschutzanlage auf die Auswahl von Überspannungsschutzgeräten aus?
Wenn Ihre Solaranlage mit einem externen Blitzschutzsystem ausgestattet ist, beispielsweise mit einem eigenen Blitzableiter oder einem Luftableitungsleiter, sieht die Situation anders aus. Ein Teil des direkten Blitzstroms kann über den Potentialausgleich in die internen Stromkreise gelangen. In diesem Fall reicht die Ableitkapazität eines standardmäßigen Gleichstrom-Überspannungsschutzgeräts vom Typ 2 möglicherweise nicht aus. Sie sollten ein Gleichstrom-Überspannungsschutzgerät vom Typ 1+2 wählen, das einen Teil des Blitzstroms bewältigen kann, anstatt eines, das nur für induzierte Überspannungen ausgelegt ist.
Verfügt das Kraftwerk hingegen nicht über eine externe Blitzschutzanlage, ist die Wahrscheinlichkeit eines direkten Blitzeinschlags relativ gering, und ein Überspannungsschutzgerät vom Typ 2 erfüllt in der Regel die üblichen Schutzanforderungen, ohne dass eine unnötige Überdimensionierung erforderlich ist.
So entscheiden Sie sich zwischen Typ 2 und Typ 1+2
Um zu entscheiden, welche Art von SPD Sie wählen sollten, können Sie zwei wesentliche Faktoren berücksichtigen:
Umweltrisiko:
- Ist die Anzahl der Gewittertage vor Ort relativ hoch, beispielsweise mehr als 40 Tage pro Jahr?
- Befindet sich die Solaranlage in einer offenen Landschaft, einer Bergregion, in Küstennähe oder an einem anderen Ort, der besonders blitzgefährdet ist?
Systemkonfiguration:
- Verfügt die Anlage bereits über einen externen Blitzschutz oder ein Blitzableitungssystem?
- Sind die Gleichstromkabel besonders lang oder besonders stark der Witterung ausgesetzt?
Je höher das kombinierte Risiko dieser beiden Faktoren ist, desto ratsamer ist es, ein SPD vom Typ 1+2 DC zu wählen, um eine größere Schutzreserve für das System zu gewährleisten.
Wie wählt man die richtigen elektrischen Parameter aus?
Bei der Auswahl eines SPD geht es nicht nur darum, den richtigen Typ zu wählen. Mehrere wichtige elektrische Parameter bestimmen letztendlich seine Schutzleistung, daher sollten Sie jeden einzelnen anhand der folgenden Tabelle überprüfen:
| Parameter | Bedeutung | Was Sie beachten müssen |
| Ucpv | Maximale Dauerbetriebsspannung | Muss höher sein als die Leerlaufspannung der PV-Anlage, mit ausreichender Sicherheitsmarge |
| Hoch | Spannungsschutzstufe (Restspannung) | Je niedriger der Wert, desto geringer ist die an den geschützten Geräten auftretende Transientenspannung und desto sicherer ist die Anlage. |
| In / Imax | Nenn-/Maximalstrom | Gibt an, wie viel Stoßenergie der Überspannungsschutz aushalten kann, ohne auszufallen |
| Iimp | Widerstandsfähigkeit gegen Blitzstoßströme | Dient zur Bewertung der Fähigkeit des Überspannungsschutzgeräts (SPD), direkte Blitzstromkomponenten zu bewältigen; besonders wichtig für Anwendungen der Typen 1 und 2 |
Diese Parameter stehen nicht für sich allein. Bei der Auswahl eines SPD sollten Sie sie zusammen mit der Systemspannung und der Blitzgefahr berücksichtigen, um Lücken im Schutz zu vermeiden.
So entscheiden Sie sich zwischen Nennspannungen von 600 V, 1000 V, 1500 V und höheren Gleichspannungen
Bei PV-Anlagen mit unterschiedlichen Nennspannungen sollte auch die Ucpv-Auslegung des SPD entsprechend angepasst werden. Anhand der folgenden Tabelle können Sie schnell die passende Nennleistung ermitteln:
| Nennspannung des Systems | Gemeinsame Bewerbung | Empfehlung zur Auswahl der SPD |
| 600 V | Ältere oder kleine PV-Anlagen für Privathaushalte | Wählen Sie ein SPD mit einem Ucpv, das geringfügig über der Leerlaufspannung des Systems liegt. |
| 1000 V | Gängige PV-Anlagen für Privathaushalte und Gewerbe | Derzeit am häufigsten verwendet; stellen Sie sicher, dass die SPD-Nennleistung mit der Serienspannung der PV-Module übereinstimmt. |
| 1500 V und mehr | Großflächige, freistehende Solaranlagen sowie Hochspannungsanlagen für Gewerbe und Industrie | Wählen Sie ein SPD, das speziell für Hochspannungsanwendungen ausgelegt ist, da Standardmodelle die erforderlichen Anforderungen an Isolation und Spannungsfestigkeit möglicherweise nicht erfüllen. |
Wenn Sie ein SPD mit einer zu niedrigen Nennspannung wählen, kann es vorzeitig ausfallen. Gehen Sie bei der Auswahl der richtigen Nennspannung keine Kompromisse ein.
Warum müssen die SPD-Parameter auf den Wechselrichter und die PV-Anlage abgestimmt sein?
Ein SPD darf nicht einfach deshalb ausgewählt werden, weil seine Parameter die grundlegenden Anforderungen erfüllen. Er muss ordnungsgemäß auf Ihren Wechselrichter und Ihre PV-Anlage abgestimmt sein. Beispielsweise muss Ucpv höher sein als die maximale Leerlaufspannung des PV-Strangs; andernfalls kann der SPD im Normalbetrieb unnötigerweise ausgelöst oder sogar beschädigt werden. Die Restspannung Up sollte zudem niedriger sein als die Spannungsfestigkeitsgrenze des Wechselrichters. Andernfalls könnte der Wechselrichter beschädigt werden, bevor die Überspannung vollständig unterdrückt ist.
Wenn die Parameter nicht richtig aufeinander abgestimmt sind, geben Sie möglicherweise Geld für einen Überspannungsschutz aus, der im Ernstfall kaum Schutz bietet. Deshalb sollten Sie vor der Auswahl eines Überspannungsschutzes stets die tatsächlichen elektrischen Parameter der Anlage überprüfen.
Welche Normen sollten Solar-Überspannungsschutzvorrichtungen erfüllen?
Was Normen betrifft, so ist die IEC/EN 61643-31 eine der wichtigsten Normen für PV-Gleichstrom-Überspannungsschutzgeräte. Sie befasst sich speziell mit Überspannungsschutzgeräten für die Gleichstromseite von Photovoltaikanlagen und umfasst unter anderem Definitionen elektrischer Parameter, Leistungsanforderungen und Prüfverfahren. Sie bildet eine wichtige Grundlage für die Beurteilung, ob ein PV-Überspannungsschutzgerät die geltenden Anforderungen erfüllt.
Ein zuverlässiges SPD sollte vor Verlassen des Werks einer Reihe von Prüfungen unterzogen werden, darunter Prüfungen hinsichtlich der Impulsstromfestigkeit, der Restspannung und der Isolationsfestigkeit, um sicherzustellen, dass die angegebenen Parameter die tatsächliche Leistung genau widerspiegeln und nicht nur auf dem Papier gut aussehen.
Für Sie als Käufer können Zertifizierungen und Prüfunterlagen dazu beitragen, Beschaffungsrisiken zu verringern. Sie liefern objektive Nachweise für die Produktqualität und können dazu beitragen, Streitigkeiten nach dem Kauf zu vermeiden, die durch ungenaue Spezifikationen oder minderwertige Produkte verursacht werden. Wenn Sie PV-Überspannungsschutzgeräte international beschaffen, ist es ratsam, die Prüfberichte, Produktdatenblätter und Konformitätserklärungen gemäß den geltenden IEC/EN-Normen vor dem Import der Produkte zu überprüfen, um sicherzustellen, dass die von Ihnen erhaltenen Überspannungsschutzgeräte tatsächlich normkonform sind.
Wie wählt man einen Solar-Überspannungsschutz für verschiedene PV-Anwendungen aus?
Verschiedene Arten von PV-Anwendungen weisen erhebliche Unterschiede hinsichtlich Blitzschlagrisiko, Anlagenspannung und Installationsumgebung auf, sodass auch die Auswahlkriterien entsprechend variieren. Im Folgenden können Sie Ihren Projekttyp vergleichen, um die Überspannungsschutzlösung zu finden, die am besten zu Ihrer Anwendung passt.
Photovoltaikanlagen auf Wohnhausdächern
Photovoltaikanlagen auf Wohnhausdächern sind in der Regel relativ klein, wobei die Nennspannung der Anlage üblicherweise zwischen 600 V und 1000 V liegt. Für den routinemäßigen Schutz reicht ein Gleichstrom-Überspannungsableiter vom Typ 2 in der Regel aus. Sie sollten jedoch darauf achten, wie exponiert das Dach ist. Befindet sich das Haus auf einer Anhöhe oder gibt es in der Nähe keine höheren Gebäude, die als Schutz dienen könnten, kann das Risiko eines Blitzeinschlags tatsächlich relativ hoch sein.
Wenn es in der Wohngegend häufig zu Gewittern kommt oder das Dach mit einem eigenständigen Blitzableiter ausgestattet ist, empfiehlt es sich, auf einen Überspannungsschutz vom Typ 1+2 umzusteigen. Lassen Sie sich durch die geringe Größe der Anlage nicht in falscher Sicherheit wiegen. Insgesamt gilt bei der Auswahl eines Überspannungsschutzes für eine PV-Anlage in Wohngebäuden der Grundsatz, einen angemessenen Schutz ohne unnötige Überdimensionierung zu wählen, ohne dabei jemals Abstriche bei der Sicherheitsreserve zu machen.
Gewerbliche und industrielle PV-Systeme
Gewerbliche und industrielle PV-Anlagen sind größer angelegt und weisen in der Regel längere Kabelstrecken auf, was das Risiko von Überspannungsereignissen erhöht. Bei der Auswahl eines Überspannungsschutzgeräts (SPD) müssen Sie das System umfassender betrachten:
Systemmerkmale:
- Lange Gleichstromkabel erhöhen die Wahrscheinlichkeit von induzierten Überspannungen.
- Mehrere Wechselrichter bedeuten im Falle eines Geräteausfalls ein größeres Ausmaß an möglichen Auswirkungen und höhere Verluste durch Systemausfälle.
Empfehlungen zum Schutz:
- Installieren Sie Gleichstrom-Überspannungsschutzgeräte sowohl an den Strangkombinationskästen als auch an den Gleichstromeingängen der Wechselrichter, um Schutzlücken zu vermeiden, die durch die Abhängigkeit von einem einzigen Schutzpunkt entstehen.
- Installieren Sie außerdem Wechselstrom-Überspannungsschutzgeräte in den Wechselstrom-Verteilerkästen, um eine lückenlose Überspannungsschutzkette zu schaffen.
Bei diesen Anlagen können die Kosten für Reparaturen und den durch Überspannungsbedingte Ausfallzeiten verursachten Stromerzeugungsverlust oft die Kosten für die Überspannungsschutzgeräte selbst bei weitem übersteigen, sodass sich die zusätzliche Anfangsinvestition lohnt.
Großflächige, bodenmontierte Solarkraftwerke
Großflächige Freiflächen-Solarkraftwerke werden häufig auf offenen Flächen errichtet, wo sie kaum durch umliegende Bauwerke abgeschirmt sind, wodurch sie besonders anfällig für Blitzeinschläge sind. Zudem liegen die Anlagenspannungen in der Regel bei 1500 V oder sogar noch höher, was strengere Anforderungen an die Spannungsfestigkeit und die Ableitfähigkeit der Überspannungsschutzgeräte stellt.
Bei der Auswahl eines Überspannungsschutzgeräts (SPD) sollten Sie nicht einfach Lösungen übernehmen, die für PV-Anlagen im privaten oder gewerblichen Bereich verwendet werden. Wählen Sie stattdessen ein SPD, das speziell für Hochspannungs-Großsolarkraftwerke entwickelt wurde, und entscheiden Sie anhand der Frage, ob das Kraftwerk über ein externes Blitzschutzsystem verfügt, ob ein SPD vom Typ 2 oder vom Typ 1+2 geeignet ist.
Lange Kabelstrecken bedeuten zudem, dass an mehreren Stellen Überspannungsschutz installiert werden muss. Achten Sie darauf, dass kein Abschnitt des Kabelnetzes als potenzielle Schutzlücke verbleibt.
Netzunabhängige Solar- und Energiespeichersysteme
Netzunabhängige Solar- und Energiespeichersysteme befinden sich häufig in abgelegenen Gebieten, in denen die Wartung schwierig sein kann. Wenn Überspannungsereignisse die Anlagen beschädigen, können Reparaturen länger dauern als bei netzgebundenen Systemen, was zu potenziell höheren Verlusten führen kann.
Systemmerkmale:
- Da sie in der Regel weit entfernt vom öffentlichen Stromnetz liegen, sind die Reaktionszeiten bei Wartungsarbeiten länger, und die Folgen von Geräteausfällen können schwerwiegender sein.
- Energiespeicherbatterien reagieren empfindlich auf Spannungsschwankungen, und Spannungsspitzen können sich möglicherweise auf die Lebensdauer und Sicherheit der Batterie auswirken.
Empfehlungen zum Schutz:
- Installieren Sie separate Gleichstrom-Überspannungsschutzgeräte auf der PV-Seite und auf der Seite des Energiespeichers, um zu verhindern, dass Überspannungen über einen der beiden Wege in das Batteriesystem gelangen.
- Geben Sie SPDs mit hoher Witterungsbeständigkeit den Vorzug, damit sie den in abgelegenen Gebieten üblicherweise auftretenden Temperatur-, Feuchtigkeits- und Umgebungsschwankungen standhalten.
Bei diesen Systemen ist Vorbeugung besonders wichtig, da sich Probleme, sobald sie einmal aufgetreten sind, nur schwer schnell beheben lassen.
Photovoltaikanlagen in Gebieten mit hohem Blitzschlagrisiko
Befindet sich Ihre Solaranlage in einer Küstenregion, einer Bergregion, einer offenen Ebene oder einem anderen Gebiet mit häufigen Gewittern, sollte der Überspannungsschutz nicht allein nach den Standardanforderungen konfiguriert werden. In diesen Risikogebieten ist es ratsam, vorrangig Gleichstrom-Überspannungsschutzgeräte (SPD) vom Typ 1+2 einzusetzen, um sowohl vor direkten Blitzstromkomponenten als auch vor induzierten Überspannungen zu schützen.
Bei langen Kabelstrecken sollten Sie außerdem in Betracht ziehen, Überspannungsschutzgeräte an mehreren Stellen zu installieren, anstatt sich auf ein einziges Überspannungsschutzgerät am Anfang des Stromkreises zu verlassen. Zudem sind SPDs in Gebieten mit hohem Blitzschlagrisiko stärker Alterung und Verschleiß ausgesetzt. Daher wird empfohlen, die Inspektionsintervalle zu verkürzen, defekte Module umgehend zu identifizieren und sie bei Bedarf auszutauschen, um Lücken im Schutz zu vermeiden.
So wählen Sie die richtige Schutzlösung anhand der Systemspannung und der Installationsumgebung aus
Letztendlich gibt es bei der Auswahl eines SPDs keine allgemeingültige Antwort. Sie müssen alle folgenden Faktoren berücksichtigen: Systemspannung, Blitzschlagrisiko, Kabellänge und die Frage, ob ein externes Blitzschutzsystem installiert ist.
Die Systemspannung bestimmt die Mindestanforderungen an Ucpv und Isolierung, während die Installationsumgebung mitentscheidet, ob ein Typ 2 oder ein Typ 1+2 besser geeignet ist. Die Kabellänge beeinflusst wiederum, ob ein Mehrpunkt-Überspannungsschutz erforderlich ist. Durch die Bewertung all dieser Faktoren können Sie eine SPD-Lösung auswählen, die wirklich auf Ihre Solaranlage zugeschnitten ist, anstatt einfach die Konfiguration eines anderen zu kopieren.
Wie sollte ein PV-Überspannungsschutz installiert werden?
Ob ein SPD korrekt installiert ist, entscheidet direkt darüber, ob es seine Schutzfunktion tatsächlich erfüllen kann, wenn es darauf ankommt. Befolgen Sie dazu die folgenden Schritte:
- Überprüfen Sie den Installationsort: Wählen Sie vorzugsweise Orte in der Nähe der zu schützenden Geräte, wie z. B. den Sammelkasten und den Gleichstromeingang des Wechselrichters, um den Schutzweg zu verkürzen.
- Halten Sie die Anschlusskabel kurz: Halten Sie die Gesamtlänge der zu- und abgehenden Kabel nach Möglichkeit unter 0,5 Metern. Je länger die Kabel sind, desto größer ist die zusätzliche Restspannung, was die Schutzwirkung beeinträchtigen kann.
- Sorgen Sie für eine ordnungsgemäße Erdung: Der Erdungswiderstand sollte den geltenden Anforderungen entsprechen, und der Erdungsleiter sollte so kurz und dick wie möglich sein, um sicherzustellen, dass Überspannungsenergie schnell zur Erde abgeleitet werden kann.
- Polarität und Parameter prüfen: Achten Sie auf die positive und negative Polarität von Gleichstrom-SPD und vergewissern Sie sich vor der Installation, dass Ucpv und Up mit dem System kompatibel sind.
- Halten Sie die Statusanzeige sichtbar: So lässt sich bei Routinekontrollen leichter feststellen, ob der SPD ausgefallen ist, und er kann bei Bedarf umgehend ausgetauscht werden.
Der Installationsvorgang mag zwar einfach erscheinen, doch schon der kleinste Fehler oder eine Unachtsamkeit kann dazu führen, dass der SPD gerade dann nicht ordnungsgemäß funktioniert, wenn Sie ihn am dringendsten benötigen.
Wartung und Überprüfung eines Solar-Überspannungsschutzes in einer PV-Anlage
Ein SPD ist kein Gerät, das man einfach installiert und dann vergisst. Eine ordnungsgemäße regelmäßige Wartung trägt dazu bei, dass es im Bedarfsfall stets einsatzbereit ist:
- Überprüfen Sie regelmäßig die Statusanzeige: Die meisten SPDs verfügen über grüne/rote Statusanzeigen. Eine rote Anzeige bedeutet in der Regel, dass das SPD ausgefallen ist und sofort ausgetauscht werden sollte.
- Nehmen Sie SPD-Prüfungen in die routinemäßige Wartung auf: Überprüfen Sie den SPD-Status vierteljährlich oder bei jeder planmäßigen Systeminspektion, um sicherzustellen, dass dieser Punkt nicht übersehen wird.
- Führen Sie vor Beginn der Gewittersaison eine gründliche Überprüfung durch: Bevor die Saison mit häufigen Gewittern beginnt, sollten Sie sicherstellen, dass alle Überspannungsschutzgeräte ordnungsgemäß funktionieren, und mögliche Probleme im Voraus erkennen.
- Überprüfen Sie die Anschlusskabel und die Erdung: Stellen Sie sicher, dass die Anschlusskabel nicht locker oder beschädigt sind und dass der Erdungswiderstand innerhalb des vorgeschriebenen Bereichs liegt.
- Führen Sie Aufzeichnungen über die Austauschtermine: SPDs haben eine bestimmte Lebensdauer und können in Gebieten mit häufigen Blitzschlägen schneller altern. Es wird empfohlen, Wartungsprotokolle zu führen und die Austauschtermine zu dokumentieren.
Wartungsarbeiten mögen wie eine nebensächliche Aufgabe erscheinen, doch letztendlich können Sie dadurch Kosten und Ausfallzeiten vermeiden, die mit unerwarteten Ausfällen bei Unwettern verbunden sind.
Schlussfolgerung
Vom Verständnis der Entstehung von Blitzüberspannungen und der richtigen Installationsorte für Überspannungsschutzgeräte über die Auswahl des richtigen SPD-Typs und der elektrischen Parameter bis hin zur Einhaltung der geltenden Normen und der Wahl geeigneter Lösungen für verschiedene PV-Anwendungen – der Überspannungsschutz in Solaranlagen ist eine systematische technische Aufgabe und lässt sich nicht einfach durch den Einbau eines beliebigen SPDs lösen. Nur durch die Wahl des richtigen Installationsortes, des richtigen SPD-Typs und der richtigen elektrischen Parameter können Sie Ihre Anlagen wirksam vor Überspannungsrisiken schützen und kostspielige Reparaturen sowie Ertragsausfälle vermeiden.
Wenn Sie auf der Suche nach einem zuverlässigen Überspannungsschutz für Solaranlagen sind, LSP’Die Solar-Überspannungsschutzgeräte der Serie (FLP-PV / SLP-PV) von LSP werden gemäß der Norm IEC/EN 61643-31 entwickelt und hergestellt. Sie decken verschiedene Gleichspannungswerte und SPD-Typen ab, um den Anforderungen an den Überspannungsschutz in privaten Haushalten, im Gewerbe- und Industriebereich sowie in großen Solarkraftwerken gerecht zu werden. Von der Parameteranpassung bis zur Qualitätskontrolle bietet LSP zuverlässige Unterstützung für Ihre PV-Projekte.
Häufig gestellte Fragen
Benötigen alle Photovoltaikanlagen einen Überspannungsschutz?
Ja, die Installation eines Solar-Überspannungsschutzes ist für PV-Anlagen von entscheidender Bedeutung. Solarmodule werden in der Regel an exponierten Stellen installiert, wodurch sie anfällig für Blitzeinschläge und Spannungsspitzen sind. Diese Überspannungen können teure Wechselrichter und empfindliche Elektronik zerstören. Die Einhaltung von Normen wie IEC 60364-7-712 gewährleistet Betriebssicherheit, schützt Ihre Investition und beugt gefährlichen Brandrisiken vor.
Kann ein Überspannungsschutz für Solaranlagen Schäden durch direkte Blitzeinschläge verhindern?
Ja, insbesondere Überspannungsschutzgeräte vom Typ 1 sind dafür ausgelegt, die hohe Energie direkter Blitzeinschläge aufzunehmen. Sie leiten einen Teil der Blitzströme in den Boden ab und schützen so den Wechselrichter und die interne Elektronik. Für einen vollständigen Schutz vor einem direkten Einschlag in das Gebäude müssen diese Geräte jedoch Teil eines umfassenden Blitzschutzsystems (LPS) sein, das Blitzableiter und Erdung umfasst.
Wie oft sollte ein PV-Überspannungsschutz überprüft oder ausgetauscht werden?
Überspannungsschutzgeräte für Solaranlagen müssen jährlich überprüft und nach Gewittern unverzüglich kontrolliert werden. Die meisten Modelle verfügen über ein Sichtfenster; wenn die Anzeige von grün auf rot wechselt, hat das Modul seine Kapazität ausgeschöpft und muss sofort ausgetauscht werden. Eine regelmäßige Überwachung gewährleistet einen kontinuierlichen Schutz Ihrer PV-Anlage, da häufige Überspannungen die Schutzkomponenten im Laufe der Zeit allmählich beeinträchtigen können.
Kann ein SPD ohne ein gutes Erdungssystem ordnungsgemäß funktionieren?
Nein, ein Überspannungsschutz für Solaranlagen kann ohne ein ordnungsgemäßes Erdungssystem nicht effektiv funktionieren. Seine Hauptaufgabe besteht darin, überschüssige Überspannungsenergie in die Erde abzuleiten. Ohne einen niederohmigen Ableitpfad verbleibt die Energie im Stromkreis, wodurch der Überspannungsschutz unwirksam wird und die Gefahr von Bränden oder Geräteausfällen besteht. Eine ordnungsgemäße Erdung ist eine zwingende Voraussetzung dafür, dass jeder Überspannungsschutz einen zuverlässigen Schutz für Ihre Anlage bieten kann.
Beeinflusst der Einbau eines SPD die normale Stromerzeugung von Solarmodulen?
Nein, die Installation eines Solar-Überspannungsschutzes hat keine negativen Auswirkungen auf die Stromerzeugung. Im Normalbetrieb befindet sich der Überspannungsschutz in einem hochohmigen Zustand, nimmt nur vernachlässigbaren Strom auf und beeinträchtigt den Wirkungsgrad der PV-Anlage in keiner Weise. Für den Stromfluss ist er “unsichtbar”, bis eine Überspannung auftritt. So wird sichergestellt, dass die Anlage ohne Energieverlust produktiv bleibt und geschützt ist.
Was passiert, wenn ein Solar-SPD das Ende seiner Lebensdauer erreicht?
Wenn ein Überspannungsschutz für Solaranlagen das Ende seiner Lebensdauer erreicht, löst dessen interner thermischer Trennschalter aus, um das Modul sicher vom Netz zu trennen und so Brandgefahren zu vermeiden. Die optische Anzeige wechselt in der Regel von grün auf rot und signalisiert damit, dass der Schutz nicht mehr aktiv ist. Die PV-Anlage kann zwar weiterlaufen, ist jedoch weiterhin anfällig für Überspannungen, bis die modulare Steckereinheit umgehend ausgetauscht wird.
Kann ein einziger SPD eine gesamte Photovoltaikanlage schützen?
Nein, ein einzelnes SPD kann nicht die gesamte Photovoltaikanlage schützen. Ein umfassender Schutz erfordert die Installation von Geräten sowohl auf der Gleichstromseite (in der Nähe der Module und des Wechselrichters) als auch auf der Wechselstromseite (am Ausgang des Wechselrichters). Wenn die Kabellänge zwischen den Modulen und dem Wechselrichter 10 Meter überschreitet, sind an beiden Enden mehrere Überspannungsschutzgeräte erforderlich, um Spannungsspitzen wirksam zu dämpfen und die vollständige Sicherheit der Anlage zu gewährleisten.
Benötigt ein Batterie-Energiespeichersystem einen separaten Überspannungsschutz?
Ja, Batterie-Energiespeichersysteme (BESS) erfordern einen speziellen Überspannungsschutz. Batterien und ihre Managementsysteme (BMS) reagieren äußerst empfindlich auf Spannungsspitzen, die sowohl aus dem Stromnetz als auch von Solarmodulen stammen. Die Installation eines speziell für BESS konzipierten Solar-Überspannungsschutzes verhindert kostspielige Schäden an Batteriezellen und Elektronik, gewährleistet langfristige Zuverlässigkeit und beugt Brandgefahren bei Überspannungen vor.
Woran erkennt man, ob ein PV-SPD korrekt installiert ist?
Ein ordnungsgemäß installierter Solar-Überspannungsschutz muss über kurze, gerade Kabel (unter 0,5 m) verfügen, um Spannungsabfälle zu minimieren. Stellen Sie sicher, dass die Nennspannung (Ucpv) mit der Maximalspannung der PV-Anlage übereinstimmt. Der Erdungsanschluss muss robust und niederohmig sein. Überprüfen Sie abschließend, ob die Kontrollleuchte grün leuchtet und das Gerät sicher auf der DIN-Schiene im geschützten Gehäuse montiert ist.




